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usability.de · UX 研究实践·· 2020-01-10AI 评分42

Green UX:UX 设计师如何通过界面决策与数字助推改善环境

Green UX – können UX Designer die Welt verbessern?

文章摘要

UX 设计师作为数字世界的“决策建筑师”,能够通过用户界面元素影响用户在环保方面的选择,进而对气候产生积极影响。数字化生活已深度渗透日常,2019年 ARD & ZDF 的在线研究显示,约70%的德国人每天使用互联网,而在14至29岁群体中这一比例高达98%。从购买火车票到查询天气,越来越多的行为通过 App 或语音助手完成,这意味着界面设计直接塑造了数百万人的日常决策路径。在气候变化日益紧迫的背景下——如2018年德国经历热浪、风暴和干旱,Germanwatch e.V. 在《全球风险指数2020》中将德国列为受影响最严重的三个国家之一——UX 设计师的角色超越了传统可用性范畴,延伸至环境责任领域。尽管个人年均 CO2 排放量在德国仍高达8.9吨(2016年数据),远超 WBGU 特别报告建议的1.8–2.7吨气候友好型年度预算,但通过精心设计的数字干预,仍可引导用户向更可持续的行为靠拢。

最直接且有效的绿色 UX 实践是开发专门旨在节约资源、减少排放或降低污染的网站与应用。例如,Too Good To Go 应用允许餐饮商家以较低价格出售剩余食物,用户可在线预订并按时取货,从而显著减少食品浪费;Replace Plastic 应用则让用户扫描塑料包装产品后自动向制造商发送邮件,推动减少塑料使用;Enyway 平台连接风力或太阳能发电设施运营者与消费者,实现绿电直购。这些案例表明,当产品核心业务本身具备环保属性时,UX 设计的作用在于优化匹配效率与用户体验,放大其正面环境影响。此类项目曾在2019年11月14日汉诺威世界可用性日上展示,体现了行业对绿色数字解决方案的关注。

然而,并非所有网站的核心业务都与环境保护直接相关。此时,“数字绿色助推”(Digital Green Nudging)成为一种关键策略。Nudging 意为“轻推”,指设计师在界面中嵌入特定机制,以非强制方式引导用户做出更环保的选择。其理论基础在于人类常依赖启发式规则(heuristics)进行快速决策,尤其在时间压力或信息复杂情境下。例如,锚定效应(Ankerheuristik)显示,当慈善机构提供20€、30€、50€及自定义金额选项时,用户捐赠额普遍高于仅提供5€、10€、20€选项的情况,因为较高预设值成为心理锚点。类似地,默认设置(Defaults)利用用户对现状偏差(Status Quo Bias)的倾向,将环保选项设为默认状态,除非用户主动更改,否则系统维持该选择。此外,良好的映射(Mapping)可将抽象的环境后果与具体操作直观关联,帮助用户理解其行为影响。

值得注意的是,UX 设计师的影响被界定为“至少一点点改善世界”,并未承诺系统性变革或量化减排成果。所有提及的工具、数据与研究均限于德国语境及部分国际案例,未扩展至全球适用性。同时,内容发布于2020年1月10日,所引政策背景如欧洲议会于2019年11月28日宣布气候紧急状态、Fridays For Future 运动等,均为当时现实而非预测。因此,绿色 UX 的价值在于现有数字生态中的渐进式行为引导,而非颠覆性技术突破。从业者应聚焦于如何在各自产品中识别可植入助推机制的关键节点,结合真实用户行为数据验证效果,避免将相关性误读为因果性。

正文 · 原文

中文翻译暂缓,已收到 4 批翻译结果,待整合校验。以下为原文,页面每 30 秒检查一次进度。

10. Januar 2020

Welche Auswirkungen haben Websites oder Apps auf unser Klima und können UX Designer diese Auswirkungen beeinflussen? Entscheidungen im digitalen Umfeld können durch User Interface Elemente beeinflusst werden. UX Designer sind sozusagen die Entscheidungsarchitekten der digitalen Welt.

Am 28.11.2019 rief das Europaparlament den Klimanotstand für Europa aus. Jeden Freitag gehen für Fridays For Future Tausende junge Menschen weltweit auf die Straßen und demonstrieren für die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens. Immer wieder schließen sich im Rahmen des globalen Klimastreiks den Kindern und Jugendlichen auch Wissenschaftler, Eltern, Großeltern, Unternehmen, etc. an und unterstützen die Demonstrationen. Auch wir waren am 20.09. und 29.11.2019 in Hannover dabei.

“Climate change is no longer some far-off problem; it is happening here, it is happening right now.” – Barack Obama

Da das Jahr 2018 in Deutschland geprägt war von Hitzewellen, Stürmen und Dürren hat Germanwatch e.V. in dem Global Risk Index 2020 Deutschland zu den drei am stärksten betroffenen Staaten erklärt. Die Folgen des Klimawandels werden immer direkter spürbar. Trotzdem liegt der durchschnittliche CO2-Verbrauch pro Person im Jahr 2016 in Deutschland bei 8,9t. Das klimaverträgliche Jahresbudget einer Person liegt laut WBGU Sondergutachten 2009 bei 1,8t – 2,7t CO2. Es ist also (schon lange) Zeit zu handeln.

“We’re blowing through our carbon budget the way an addict blows through cash.”
Instead of the drastic reductions desperately needed, our CO2 emissions keep increasing… we’re still moving fast in the wrong direction. #ClimateEmergency https://t.co/rhf18mdhft

— Greta Thunberg (@GretaThunberg) December 4, 2019

Der Einfluss von UX Design auf das Klima

Welche Auswirkungen haben Websites oder Apps auf unser Klima und können UX Designer diese Auswirkungen beeinflussen?

Egal ob bei der Arbeit, unterwegs oder zu Hause – die Deutschen sind online. Laut der Onlinestudie von ARD & ZDF nutzten 2019 rund 70% der Bevölkerung täglich das Internet, bei den 14- bis 29-Jährigen liegt der Wert sogar bei 98%. Das Zugticket wird nicht mehr am Bahnsteig gekauft, sondern bequem von unterwegs per App. Wenn wir wissen wollen, wie das Wetter morgen wird, fragen wir Alexa, Siri und Co. Alle Bereiche unseres Lebens verändern sich durch die zunehmende Digitalisierung: die Wissenschaft, das Einkaufsverhalten, die Politik, die Nachrichten, unsere Arbeitswelt, die Mobilität und unsere Kommunikation.

Entscheidungen im digitalen Umfeld können durch User Interface Elemente beeinflusst werden. UX Designer sind sozusagen die Entscheidungsarchitekten der digitalen Welt. Wenn man nun bedenkt, wie viele Menschen täglich die von UX Designern mit bestimmten Intentionen gestalteten Websites und Apps nutzen, dann wird deutlich, dass UX Designer durchaus Einfluss darauf haben, die Welt zumindest ein kleines bisschen zu verbessern.

Websites oder Apps, die die Welt verbessern

Die beste Möglichkeit für einen UX Designer, positiv auf die Umwelt zu wirken, sind Websites oder Apps zu entwickeln, die dazu beitragen Ressourcen zu schonen, CO2-Emissionen zu vermeiden oder die Verschmutzung der Umwelt zu verringern. Einige interessante Projekte haben wir auch auf dem World Usability Day in Hannover am 14.11.2019 vorgestellt, wie zum Beispiel:

  • Mit der App von Too Good To Go können Gastronomiebetriebe übrig gebliebenes Essen für einen geringeren Preis anbieten und die Nutzer können die Portionen direkt online kaufen und sie dann zu der angegebenen Uhrzeit abholen: Weniger Lebensmittelverschwendung.
  • Wenn man gerade ein in Plastik eingepacktes Produkt in der Hand hält, das man viel lieber ohne Plastikverpackung hätte, kann man dieses mit der App Replace Plastic scannen und es wird eine Mail an den Hersteller versandt: Weniger Plastik.
  • Enyway ist eine Plattform, die Betreiber von Windrädern oder Solardächern mit Verbrauchern zusammenbringt, die ihren Strom dann direkt beim Erzeuger kaufen können: Ökostrom direkt vom Erzeuger.

Infografik stellt dar, wie Wind-Strom von einer Privatperson an eine andere Person verkauft wird.

Funktionsweise von Enyway, Quelle: https://www.enyway.com/de/so-funktionierts am 3.11.2019

Nudging – Umweltfreundliches Verhalten anstupsen

Was kann ich als UX Designer tun, wenn das Kerngeschäft der Website nichts mit Umweltschutz zu tun hat? Eine Möglichkeit ist Digital Green Nudging. Nudging heißt so viel wie „schubsen/stoßen“ und Digital Green Nudges beschreiben alle Maßnahmen, die auf einer Benutzeroberfläche durch Designer eingebaut werden, um umweltfreundliches Verhalten zu fördern.

Nudging funktioniert, weil Menschen auch in Situationen Entscheidungen treffen müssen, in denen nicht ausreichend viel Zeit ist, um alle Möglichkeiten zu reflektieren und zu überdenken. Deshalb greifen Menschen auf Heuristiken zurück – also Faustregeln. Die vermutlich bekannteste ist die Ankerheuristik oder Inferenzheuristik, bei der sich Urteile in Richtung eines vorgegebenen Ankers orientieren. Wenn beispielsweise gemeinnützige Organisationen online um Spenden bitten und dafür Optionen wie 20€, 30€, 50€ und einen beliebigen eigenen Betrag anbieten, dann wählen sie diese Beträge nicht zufällig, sondern setzen diese bewusst als Anker ein, denn damit fallen die Spenden wesentlich höher aus, als wenn die angebotenen Optionen 5€, 10€ und 20€ wären.

Spendenmöglichkeit auf einer Website

Ankerheuristik Beispiel Unicef, Quelle: https://www.unicef.de, am 4.12.2019

Heuristiken wie diese können helfen, aber auch in die Irre führen und Fehlentscheidungen verursachen. Insbesondere bei komplexen Entscheidungen unter Zeitdruck sind Menschen empfänglich für Nudges und nehmen sie als „Hilfestellung“ an.

Nudges können zum Beispiel Defaults sein. Erst die Entscheidung gegen die Standardeinstellung erfordert eine Aktion. Fehlendes Interesse, Faulheit und der Status Quo Bias sind Ursachen dafür, dass die Standardeinstellungen i.d.R. beibehalten werden und dadurch Entscheidungen gelenkt werden können. Auch ein gutes Mapping kann als Nudge wirken. Dabei werden Entscheidungen und die dadurch resultierenden Folgen miteinander verknüpft und so können abstrakte Informationen verständlich aufbereitet werden.

Infografik stellt dar, dass mit einem gepflanzten Baum 900 kg CO2 gebunden wurden. Das entspricht demselben Wert wie eim Flug von Rom nach Nairobi.

Beispiel Mapping bei Treedom, Quelle: https://www.treedom.net am 4.12.2019

Das Mobilitätsportal fromAtoB (Link fromAtoB) vergleicht Verbindungen mit Bus, Bahn, Flugzeug oder Mitfahrgelegenheit und zeigt seit einer Weile auch den CO2-Ausstoß jeder Verbindung an und bietet die Möglichkeit, alle Verbindungen absteigend nach dem CO2-Ausstoß zu sortieren. Damit werden die Nutzer*innen angestupst, eine Verbindung mit weniger CO2-Ausstoß zu wählen.

Bei einer Bahnverbindung von Hannover nach Köln wird angezeigt, dass 22 kg CO2 eingespart werden.

Digital Green Nudging am Beispiel des Mobilitätsportals fromAtoB, Quelle: https://www.fromatob.com am 4.11.2019

Bei Flixbus besteht beispielsweise schon die Möglichkeit, bei der Buchung einer Verbindung, die entstehenden CO2-Emissionen zu kompensieren. Der für die Distanz berechnete Betrag wird auf den Ticketpreis aufgeschlagen und in Projekte von atmosfair (Link Atmosfair) gesteckt. Einen noch größeren Effekt für die Umwelt könnte dieser Nudge haben, wenn nicht nur die Möglichkeit zur Kompensation geboten werden würde, sondern die Kompensation per Default gewählt wäre. Da Menschen dazu neigen, den Status Quo beizubehalten, würden sie auch den Haken bei “Fahrt kompensieren” gewählt lassen.

Screenshot von Flixbus.de zeigt die Möglichkeit, die Fahrt für 0,49 € zu kompensieren.

Kompensationsmöglichkeit bei Flixbus, Quelle: https://www.flixbus.de am 4.12.2019

Beim Einsatz von Nudges sollte dem UX Designer immer bewusst sein, dass Menschen nur zu Entscheidungen angestupst werden sollten, die sie nach genauem abwägen auch selbst getroffen hätten und dass alle Nudges auch ohne Probleme zu umgehen sein müssen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Nudges keine ungewollten Entscheidungen erzwingen.

Schlanke Codes und grüner Strom

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die CO2-Emissionen, die durch die Nutzung einer Website entstehen. Denn auch wenn das viel zu häufig vergessen oder vernachlässigt wird, wird auch schon durch die Nutzung einer Website CO2 erzeugt.

Serverraum

Deshalb ist es zum einen wichtig, dass die Websites technisch so aufgebaut werden, dass sie weniger Daten und somit weniger Rechenleistung erfordern. Diese Aufgabe liegt aber natürlich primär bei den Entwicklern. Bei Grafiken sollte beispielsweise abgewogen werden, wie klein die Datei sein kann, ohne an Qualität zu verlieren. Außerdem ist es wichtig, dass die Server, die die Websites hosten, mit nachhaltigem Strom betrieben werden (- vielleicht ja von Enyway?).

UX Designer können digitale Produkte entwerfen, die positiven Einfluss auf die Umwelt haben oder sich zumindest nicht negativ auswirken, sie können Digital Green Nudges einbauen und sich Gedanken über die Datennutzung auf einer Website machen. Außerdem sollte am Anfang immer die Frage stehen: Braucht man diese Website, App bzw. das Feature überhaupt? Eine Website, auf der einem verschiedenen farbige Wände entgegenfliegen oder auf der ein Hund den Bildschirm ableckt, braucht zum Beispiel mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit kein Mensch jemals.


Europaparlament ruft „Klimanotstand“ für Europa aus. (28. November 2019).
https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-11/klimawandel-eu-parlament-klimanotstand-europa. Zugegriffen am: 04.12.2019.

Hessischer Rundfunk & ZDF. (10. Oktober 2019). Aktuelle Aspekte der Internetnutzung in Deutschland ARD/ZDF-Onlinestudie 2019.
http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/files/2019/Pressemeldung_ARD-ZDF-Onlinestudie_2019.pdf. Zugegriffen am: 04.12.2019.

Sunstein, C.R. & Thaler, R.H. (2017). Nudge: Wie man kluge Entscheidungen anstößt. Düsseldorf: Econ.

Schellhuber, J., Messner, D., Leggewie, C., Leinfelder, R., Nakicenovic, N., Rahmstorf, S., Schlacke, S., Schmid, J. & Schubert, R. (2008). Kassensturz für den Weltklimavertrag – Der Budgetansatz. Sondergutachten 2009 des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen. Berlin.

Eckstein, D., Künzel, V., Schäfer, L. & Winges, M. (2019). Global Climate Risk Index 2020. Briefing Paper Germanwatch e.V. Bonn.

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